Ostercappeln 17./18.06.2006
Das letzte Wochenende haben wir beim OWRV in Ostercappeln verbracht. Ich hatte mir extra einen Wohnwagen gemietet, um mal zu schauen, wie meinen Hunden mir mir so ein Campingwochenende gefallen würde.
Am Samstag wurden Julius und Smilla bei Herrn Sistermann ausgestellt. Julius startete in der offenen Klasse und erhielt von Herrn Sistermann die Wertnote sg, womit er seine erste Körnote von einem deutschen Richter erringen konnte. Herr Sistermann schrieb in den Bericht:
5,5 J. alter schwarzer Rüde von korrektem Format, kräftiger Rüdenkopf mit kurzem spitzen Fang, korr. Schere, etwas lose getr. Ohren, kräftiger mus. Hals, sehr gute Oberlinie, tiefe Brust, vorz. Winkelung der Vorhand, gut gew. Hinterhand, freundliches Verhalten, starke bemuskelte, kahle Stellen im Schenkelbereich im Haarkleid, korrekt in der Aktion.
Mit dieser Bewertung für den Schwarzen kann ich sehr gut leben. Endlich mal ein Richter, der nicht an seinem Kopf rumgekrittelt hat 

Smilla startete in der Zwischenklasse, obwohl sie auch noch in der Jugendklasse hätte starten können. Da Herr Sistermann ursprünglich erst ab der Zwischenklasse hätte richten sollen und ihm Smilla ihn Hochdahl im letzten Jahr so gut gefiel, wollte ich mein Glück bei Herrn Sistermann mit ihr versuchen. Aufgrund der geringen Meldezahl richtete Herr Sistermann dann aber doch alle Klassen, so dass wir mit Zitronen gehandelt hatten. Smilla erhielt in der Zwischenklasse ein sg3 mit der Bemerkung des Richters, dass bei ihr durchaus mehr drin sein könnte, wenn sie ihre Entwicklung abgeschlossen hat und nicht mehr wie ein Junghund aussieht. Herr Sistermann schrieb in den Bericht:
16 Mon. alte dunkelsandfarben gestromte Hündin, sehr schöner Hündinnenkopf mit schmalem spitzen Fang, korrekte Schere, tiefdunkles Auge, korr. getr. Rosenohren, vorz. Rückenlinie und Rückenlänge, Brusttiefe noch nicht voll entwickelt, sehr gute Winkelungen, freundliches Verhalten, korr. Seitengangwerk, im Kommen und Gehen noch leicht instabil, die Hündin ist noch nicht voll entwickelt.
Na, dann warten wir mal ab, wie Fräulein Smilla sich weiterentwickelt.

Am Sonntag nahm Julius dann noch am Großen Preis von Weser Ems teil. Sechs Rüden waren in der Grundklasse gemeldet und Jules erlief die drittschnellste Vorlaufzeit von 19,22 Sek auf 280m. Im Finale startete wieder aus Box Nr. 6, da er als Widerunner eingetragen ist, und erlief sich den 4. Platz. Dann kam allerdings für mich die große Überraschung. Julius wurde vom Schiedsgericht disqualifiziert, da er kurz nach dem Start den Hund unter der gelben Renndecke angegriffen haben soll. Da blieb mir nur das für Hundebesitzer typische: Das hat er ja noch nie gemacht! Und so machte ich mich auf den Weg zu dem Bahnbeobachter, der den Angriff gesehen haben will, um mit ihm das Gespräch zu suchen.
Der Bahnbeobachter, sicherlich ein sehr erfahrener Mann, erklärte mir dann, dass mein Hund alles wäre, nur kein Widerunner und dass Jules schon im Vorlauf versucht hätte, direkt auf die Innenbahn zu kommen, dabei auch einen Körper eingesetzt hatte (was auch erlaubt sei), was wiederrum für einen Widerunner sehr ungewöhnlich sein, da dieser ja nur außen laufen würde. Im Finale hat er wieder versucht, mit Körpereinsatz nach innen zu kommen, diesmal hätte er aber wohl auch seinen Kopf zur Seite gedreht, was schließlich zur Disqualifikation geführt hätte. Alles nicht wirklich dramatisch, nur solle der Hund beim nächsten mal nicht mehr als Widerunner laufen.
Da hatten wir als Neulinge im Renngeschehen wieder was dazugelernt! Schade nur, dass uns dadurch nicht nur der 4. Platz, sondern auch der Pokal für Schönheit und Leistung verloren ging, den wir sonst auch noch mit nach Hause hätten nehmen können.
Mein Fazit: Julius wird beim nächsten Rennen nicht mehr als Widerunner laufen. Sollte er es sich dann wieder anders überlegen und nicht nach innen, sondern nach außen ziehen und dabei das ganze Feld durcheinanderbringen, soll das dann wohl so ein. Laut Aussage des Bahnbeobachters ist er kein Widerunner, und der wird sich ja wohl auskennen...
Julius (unter weiss) Kopf an Kopf auf der Zielgeraden mit dem Hund, den er (laut Bahnbeobachter) nach dem Start angegriffen haben soll

Alles in allem hatten wir aber ein sehr schönes Wochenende in Ostercappeln. Nach Beendigung der Finalläufe durfte auch Smilla noch einen Trainingslauf absolvieren. Die kleine Flitzmaus steigert sich von Training zu Training und ist diesmal die 280m in 19,23 Sek. gelaufen. Ich freue mich auf das nächste Veranstaltungswochenende und ganz besonders freue mich mich darauf, dass auch Smilla, wenn sie ihre Rennlizenz absolviert hat, ins Renngeschehen eingreifen kann.