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Warum Smilla keine Rennen läuft
Der eine oder andere hat sich sicherlich schon mal gefragt, warum Smilla nur auf Coursings und keine Rennen auf der Bahn läuft. Theoretisch könnte sie auch Rennen laufen, denn sie ist ebenfalls im Besitz einer gültigen Rennlizenz und ist auch kein Raufer, der nur beim Coursing sauber läuft. Ich habe mich aber dagegen entschieden, sie auf Rennen zu melden. Und das aus für mich gutem Grund.
Smilla hat ein Körmaß von 46,8 cm (von mir selbst zur Messung gestellt), von zwei Richtern wurde sie auf Ausstellungen auf 46,5 cm gemessen. Sie ist also eine für heutige Verhältnisse eher kleine Hündin. Dazu kommt dann noch der Faktor Gewicht. Gewöhnlich wiegt Smilla 11,5 kg, ohne dabei "trocken" auszusehen, wenn sie gut im Futter steht können es auch schon mal 12 kg sein. Ein optimales Renngewicht würde bei ihr vermutlich zwischen 10 - 10,5 Kg liegen. Mit diesem Fliegengewicht müsste sie dann gegen Hündinnen rennen, die teilweise locker ihre 14 kg oder mehr auf die Waage bringen. Und diese Diskrepanz ist mir persönlich zu gefährlich, zumal die Whippets, die Seniorenklasse mal ausgenommen, in die Kurve starten, wobei es regelmäßig zum Gedränge kommt und Hunde eingekeilt werden. Ich möchte Smilla nicht bei jedem Start ins offene Messer laufen lassen. Natürlich könnte es noch die Variante geben, dass sie beim Start "raus und weg" wäre, aber seinen wir mal ehrlich, wie oft passiert das schon? Und selbst wenn passieren sollte, gäbe es dann ja immer noch die Gefahr, dass sie als erste am Hasen ist und die anderen Hunde in sie hineinrennen. Damit wäre uns dann eine Flatrate bei der Physiotherapeutin sicher...
Aus diesen Gründen habe ich mich dazu entschieden, Smilla keine Rennen laufen zu lassen. Ganz am Anfang ihrer "sportlichen Karriere" haben wir uns einmal in die Höhle des Löwen gewagt und Smilla ist auf einem Rennen in Beringen gerannt. Ins Finale hat sie es damals nicht geschafft. Danach war sie noch einmal in Münster gemeldet, wo sie sich aber vorher verletzt hatte und nicht starten konnte und dann haben wir noch einmal in Beringen gemeldet. Auch an diesem Rennen konnte sie nicht teilnehmen, da sie einen Tag vorher gekotzt hatte und ich meinen Hund grundsätzlich nicht laufen lassen, wenn er einen Infekt haben könnte, was sich in diesem Fall im nachhinein als unbegründete Sorge herausstellte. Es war fast so, als wollte eine höhere Macht nicht, dass Smilla auf die Bahn kommt. :-)
Also haben wir als Alternative das Coursing ausprobiert und sind beide damit sehr glücklich geworden (dazu an anderer Stelle mehr). Ich mache niemandem einen Vorwurf, der trotzdem seinen kleinen und vor allem leichten Hund Rennen laufen lässt. Jeder muss selbst entscheiden, was für seinen Hund das beste ist. Ich habe mich nach Abwägung aller Vor- und Nachteile für diesen einen speziellen Hund dagegen entschieden. Julius war mit seinen 50,5 cm auch ein eher kleiner Rüde, der brachte aber auch ein austrainiertes Renngewicht von 16,5 kg auf die Waage. Da hätte ich überhaupt keine Bauchschmerzen, ihn mit den heutigen Rennhunden laufen zu lassen. Vielleicht läuft Smilla irgendwann mal in der Seniorenklasse, denn ab nächstem Jahr wäre sie dazu berechtigt, aber auch nur in einem reinen Hündinnenfeld und nur wenn vorher ich weiß, dass keine Koffer gemeldet sind. Aber wann hat man das schon mal? In diesem Sinne - passt alle gut auf Eure Rennflöhe auf!
31.7.-01.08.2010 CACIB + nat. VDH Bremen
Am vorletzten Wochenende war ich mit Smilla in Bremen, um sie sowohl auf der CACIB als auch auf der nat. VDH auszustellen. Jules wurde derweil bei meinen Eltern zwischen geparkt. Wir waren das erste mal in Bremen. Die Ausstellungen fanden in den sehr hellen und großräumigen Messehallen statt, nur der Whippetring war arg klein. Na ja, Smilla braucht nicht viel Paltz, um kein Gangwerk zu zeigen. :-)
Gerichtet hat die Whippets auf der CACIB Frau Piesik. Smilla war die einzige Hündin in der Gebrauchshundklasse und bekam nachfolgende Bewertung:
5,5 Jahre dunkelgestromte mittelgroße, mittelkräftige Hündin, sehr schöner Kopf, dunkle Augen, korr. Ohren und Gebiss, langer Hals und Rückenlinie, sehr gute Brusttiefe, Vordergliedmaßen korrekt, Hintergliedmaßen korrekt, freundliches Wesen, kräftige Musekln, flüssiger Bewegungsablauf
Formwertnote: sg1
Frau Piesik sagte mir, es täte ihr leid, aber dafür könne sie mir nur ein sg geben. Mit dem sg befanden wir uns aber in bester Gesellschaft, denn auch zwei Rüden aus der Siegerklasse haben von ihr nur ein sg bekommen.
Am nächsten Tag wurden die Whippets auf der nat. VDH Ausstellung von Frau Peschges gerichtet, vor der glaube ich alle ein bißchen Angst hatten, weil sie bekannt dafür ist, sehr streng zu sein und auch schon mal ein oder mehrere g raus haut. Ich fand Frau Peschges aber sehr nett. Sie hat sofort gemerkt, dass weder Smilla noch ich Ausstellungsprofis sind und hat mir erst mal gezeigt, wie ich Smilli optimal hinstellen soll, damit sie ansprechend aussieht. Smilla lässt sowas ja alles mit stoischer Ruhe über sich ergehen, aber nach dem anstrengenden Vortag war bei ihr auch ein bißchen die Luft raus. Sie erhielt folgende Bewertung:
vollz. Scherengebiss; 46,5 cm; dunkel gestromt; gute Kopfproportionen, dunkelbraunes Auge, gut getr. Ohren, langer Hals, korr. Verlauf der Oberliniee; lang gestrecktes Rippenschiff; korr. Winkelungen der Vor- und Hinterhand; in der Seitenansicht sehr gutes Gangwerk; von hinten sehr eng und nicht stabil; verhält sich freundlich
Formwertnote: sg1
Auch mit dieser Bewertung bin ich sehr zufrieden. Ich denke, es wäre auch mehr drin gewesen, wenn ich Smilla besser präsentiert hätte, denn Frau Peschges hat lange überlegt, welche Note sie jetzt Smilla geben sollte sagte dann zu mir, dass sie bei allen anderen streng war und jetzt auch bei mir streng sein müsse. Damit kann ich gut leben. Es hätte auch schlimmer kommen können... .
Wir haben zwar ein anstrengendes (nach zwei Tagen Hallenausstellung gehen sowohl und als auch Frauchen auf dem Zahnfleisch) aber auch sehr interessantes Ausstellungswochende in Bremen verbracht, denn wir haben Martin mit seinen beiden Whippet-Hündinnen Windmeister´s Eve und Windmeister´s Dreamgirl jetzt endlich auch einmal live und in Farbe kennen gelernt.
Eve, Smilli, und Girly - Smillas Blick sagt alles: und was soll ich eigentlich hier?

Coursing Europameisterschaft in Chardonnay/F vom 23.07.-25.07.2010 Teil III
Am Sonntag war es dann endlich soweit. Ab 8.00 Uhr sollten die Whippets auf Parcours 1 starten und nach der Mittagspause auf Parcours 2 wechseln. Smillas Laufpartnerin für den 1. Lauf war Moskito´s Bonanza aus Österreich. Von dem Lauf selbst habe ich leider selber nicht viel gesehen, aber beide Hunde kamen wohlbehalten am Hasen an. Für diesen Lauf erhielt Bonanza 272 Punkte und Smilla 268 Punkte. Damit war Smilla nach dem 1. Durchgang zusammen mit Jamie Lee beste deutsche Hündin und lag in der Gesamtwertung von 50 gestarteten Hündinnen auf Platz 11.
Auch die anderen deutschen Hündinnen waren nach dem 1. Lauf gut dabei:
Jamie Lee - 268 Punkte
Hatani aka Smilla - 268 Punkte
Zinnia - 266 Punkte
Felicity - 264 Punkte
Wicki - 263 Punkte
Indian Summer - 262 Punkte
Im 2. Durchgang auf Parcours 2 sollten die Karten neu gemischt werden. Smillas Laufpartnerin war diesmal die Coursingeuropameisterin 2009, Grändens Betty Mc Beal aus Schweden, die im 1. Lauf 267 Punkte erhielt. Smilli hat jetzt an zwei Coursingeuropameisterschaften teilgenommen. Beide Male musste sie im 2. Durchlauf gegen die Europameisterin aus dem Vorjahr (2008 gegen Culann´s Energie) starten. Wie groß ist da wohl die Wahrscheinlichkeit, das sowas passiert? :-)))
Der Weg zu Parcours 2 war wider Erwarten überhaupt kein Problem. Mein Hund hat mich mal wieder überrascht... . Smilla startete unter der weißen Decke und für mein Empfinden konnte sie sehr gut mit Betty Mc Beal mithalten. Sie hat den Hasen nicht verloren, ist nicht in die Schnur gelaufen, was bei fast allen Rüden-Läufen gang und gäbe war und ist auch nicht gestürtzt. Einzig durch das Loch in der Hecke lief sie nicht. Sie wählte lieber den langen Weg um die Hecke herum, was ich mir ja schon gedacht hatte, aber selbst dabei hat sie den Hasen nicht verloren.
Wir konnten also auf die Punktevergabe gespannt sein.
Gegen 19.00 Uhr machte sich dann alles auf den Weg zur Siegerehrung.



Die Pokale waren diesmal sehr schön. Da hätten wir gern einen davon mit nach Hause genommen...


Aber Smilla hatte es diesmal nicht auf´s Treppchen geschafft. Im Gesamtergebnis lag sie letzendlich mit 512 Punkten auf Platz 24 von 50 Hündinnen. Enttäuscht war ich aber nicht. Für mich hat sie zwei super Läufe gemacht und bis auf zwei lädierte Bremsballen ist sie heile geblieben, was nicht jeder von seinem Hund behaupten kann. Ich war sehr zufrieden mit ihr und ihrem Ergebnis.
Smilla und Luka bei der Siegerehrung, die Smilla größtenteils verschlafen hat

Auch die anderen deutschen Whippets schafften es bis auf Tyrone vom Kleinen Berg diesmal nicht in die Platzierungen. Woran es gelegen hat? Kein Ahnung. Ich denke, alle haben ihr besten gegeben.
Die Platzierungen der deutschen Whippets:
Hündinnen:
11. Platz Indian Summer
17. Platz Jamie Lee
19. Platz Zinnia
24. Platz Hatani aka Smilla
26. Platz Felicity
36. Platz Warwick Dionne
Rüden:
3. Platz Tyrone
17. Platz Pride
23. Platz Benji
24. Platz Dust on the Moon
30. Platz Fade to Black
32. Platz Nevio
Mein Fazit:
Es war wieder einmal sehr schön. Selbst die Dixi-Klos konnten die Stimmung nicht trüben. Wir haben ein tolles verlängertes Wochenende mit unseren Freunden in Frankreich verbracht und hatten viel Spaß zusammen. Das Wetter hat auch mitgespielt und unsere Hunde sind weitestgehend unverletzt geblieben. Ich habe mich sehr gut durch unseren Equipe-Chef und seine Helfer betreut gefühlt. So war Ralf Löwe (Culann´s Whippets) bei jedem Start eines deutschen Whippets mit dabei und hat uns bis zum Start begleitet. Auch die französischen Starterteams waren sehr nett und haben uns noch einmal erklärt, wie sie uns starten werden, so dass ich auch diesmal keinen Start verpennt habe. Es ist immer ein Erlebnis, an so einem Großereignis teilzunehmen und meine Erwartungen, was das Wochenende betrifft sind komplett erfüllt worden. Bezüglich einer Platzierung Smillas hatte ich zum Glück aber überhaupt keine Erwartungen und konnte somit auch nicht enttäuscht werden. Nur sich verletzen oder letzte werden sollte sie nicht. Und auch dieser Wunsch hat sich für uns erfüllt.
Und Coursing ist nun mal ein bißchen so wie Eiskunstlauf. Da darf man nichts erwarten und muss sich über alles freuen. Und das haben wir auch gemacht!
Coursing Europameisterschaft in Chardonnay/F vom 23.07.-25.07.2010 Teil II
Am Samstag konnten sich unsere Hunde beim Sonnenbaden ausruhen und wir hatten Gelegenheit, die beiden Parcoure in Augenschein zu nehmen. Na ja, und was wir da gesehen haben, war erst mal nicht so schön. Das gesamte Coursinggelände war mit Stacheldraht eingezäunt. Da halfen auch die Handgemalten Bilder der Franzosen wenig, darüber hinwegzusehen.

Danke an Margot für das Foto! (www.runninggag.at)
Darüber hinaus war das Gelände einer Europameisterschaft mehr als angemessen. Hanglage mit Bodenwellen, die den Hunden einiges an Geschick abverlangten, damit sie nicht stürzten und wohlmöglich noch im Stacheldraht landen. Die Parcoure waren sehr technisch aufgebaut. Wenig bis gar keine langen Geraden, dafür mit vielen Zacken und Wendungen.
Parcours 1:

So sieht der Parcours erst mal unspektakulär aus, war aber nicht einfach zu laufen. Die Hunde starteten auf einer Art Plateau, dann den Hang runter und schließlich zum Ziel wieder hinauf, wobei viele Hunde den Hasen verloren, weil sie ihn nicht mehr sehen konnten, wenn er zu schnell über den Hang gezogen wurde.
Die nächste Überraschung war, dass Parcours 2 direkt neben Parcours 1 lag, abgetrennt durch Absperrgitter und Werbeplanen, die den einen oder anderen Hund aber nicht davon abhielten, mitten im Lauf den Parcours zu wechseln...
Parcours 2 hinten, aufgenommen von Parcours 1:

Noch ein Novum für Smilli: Der Hase würde bei Parcours 2 durch eine Hecke gezogen werden. Ich war sehr gespannt, wie Smilla damit umgehen würde. Tendenziell würde ich sagen, sie wird den langen Weg um die Hecke herum wählen.

Der Start bei Parcours 2 sollte oben links erfolgen. Man musste also an beiden Parcouren komplett vorbeigehen, um zum Start zu gelangen. Auch keine leichte Aufgabe mit einem Hund wie Smilla. Ich hatte zeitweise überlegt, ihr eine Tüte über den Kopf zu setzen, damit sie nicht sieht, dass sowohl auf Parcours 1 als auch auf Parcours 2 gezogen wird. :-)

Die Rollen waren nicht wie in Deutschland üblich mit Pilonen, sondern nur mit einem Stock gekennzeichnet. Der Stock wiederum war aber soweit von den Rollen weg, dass die Kennzeichnung wohl eher dem Quadfahrer als den Hunden galt und nicht wirklich als Schutz dienten, damit die Hunde nicht auf die Rollen treten.

Na ja, wird schon schiefgehen! Ich vertraute einfach mal auf die Coursingfähigkeiten meines Hundes. Seitdem ich Smilla coursen lasse hatte ich nie Angst, wenn sie courst. Und auch in Frankreich machte ich mir mehr Gedanken darüber, wie ich sie ohne großes Getobe ihrerseits an den Start von Parcours 2 bringen sollte als dass ich mir Sorgen machte, sie könnte mit den Parcouren Probleme bekommen oder sich gar verletzen.
Die Tierarztkontrolle haben wir auch noch am Samstag erledigt, aber die Tierarztkontrolle war mit Verlaub gesagt ein Witz. Es wurden nur die Chip- oder Tatoo-Nummern kontrolliert und geschaut, ob die Hündinnen läufig sind. Keine Pfotenkontrolle, kein Abhören des Herzens, nichts. Gerade bei den heissen Tagen vor dem Coursing hätte ich das für angebracht gehalten. Natürlich ist in erster Linie jeder Besitzer selbst für einen Hund verantwortlich, aber manchmal denke ich, dass es für den einen oder anderen Hund nicht schlecht wäre, ihn vor seinem Besitzer zu schützen und ihn bei der Tierarztkonztrolle aus dem Verkehr zu ziehen. Smilla war natürlich nicht läufig. :-)
Morgen sollte dann der große Tag sein. Das Wetter schien zum Glück auch mitzuspielen.
Fortsetzung folgt!
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